Klassenzimmertheater „All das Schöne“

Ein-Mann-Theaterstück

Am 03.02.2026 besuchte ein Schauspieler des Deutschen Nationaltheater Weimar unsere Schule. Solche von extern kommenden Bildungsangebote stellen eine wertvolle Bereicherung des Schulalltags dar.

Vor der Aufführung versammelten sich die Klassen der Sozialassistenz im 2. Ausbildungsjahr, um sich intensiv mit dem Thema Depression auseinanderzusetzen, da es eine zentrale Rolle in der Aufführung spielen würde. Unter Anleitung unserer Lehrerin Frau Polten erstellten wir in Kleingruppen Mindmaps, in denen wir Formen, Auswirkungen, Hilfsangebote sowie eigene Erfahrungen mit Depressionen festhielten.

Diese Arbeitsform ermöglichte es allen, sich aktiv einzubringen und dabei bewusst sensibel sowie respektvoll eine Annährung zu versuchen. Bei der anschließenden Präsentation der Ergebnisse kam es zu einem offenen Austausch, insbesondere über persönliche Erlebnisse. Dabei zeigte sich eine große Offenheit und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Klasse.

Es wurde deutlich, dass viele von uns selbst oder durch ihr Umfeld bereits Erfahrungen mit Depressionen oder sogar Suizidversuchen gemacht hatten. Diese Erkenntnis machte die Bedeutung des Themas für den schulischen und beruflichen Kontext besonders sichtbar. Zudem war es eine gelungene Überleitung zum anschließenden Ein-Mann-Theaterstück.
Jetzt nahmen die Klassen in einem Stuhlkreis Platz.

Die Atmosphäre war von Aufmerksamkeit und gespannter Erwartung geprägt. Unauffällig setzte sich der Protagonist mit in den Kreis, ohne zunächst aufzufallen. Erst als er zu sprechen begann, wurde seine Rolle deutlich und wir Schülerinnen und Schüler lauschten aufmerksam seinen Worten. Durch diesen ungewöhnlichen Einstieg wurde das Publikum direkt in das Geschehen hineingezogen. Der Schauspieler befand sich bereits vollständig in seiner Rolle und erzählte eindrucksvoll von seiner Kindheit und den Suizidversuchen seiner Mutter.

Präsentiert wurde uns das interaktive Theaterstück „All das Schöne“. Der Darsteller bezog uns aktiv in das Stück ein, indem er Fragen stellte und uns kleine Aufgaben übertrug. Dies förderte nicht nur die Konzentration, sondern auch die emotionale Beteiligung. Dadurch entstand eine besondere Nähe zwischen Schauspieler und Publikum.

Viele Schülerinnen und Schüler fühlten sich dadurch direkt angesprochen. Im Anschluss fand ein Austausch mit dem Schauspieler Tim Freudensprung und seinem Team des Deutschen Nationaltheaters Weimar statt. Es entwickelte sich eine offene und tiefgehende Diskussion, in wir Auszubildenden sowohl Lob als auch konstruktive Kritik äußern konnten. Besonders hervorgehoben wurde die Authentizität des Schauspielers. Negative Kritik wurde jedoch kaum geäußert, da das Stück mit großer Sensibilität und Rücksicht umgesetzt wurde.

Der Workshop stellte eine wertvolle Ergänzung zu unseren Lernfeldern dar und die Inhalte des Theaterstücks ließen sich dabei gut mit den theoretischen Lerninhalten verbinden. Insgesamt bot der Tag den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv, reflektiert und praxisnah mit den Themen Depression, Trauma und Suizid auseinanderzusetzen und wichtige Erkenntnisse für unsere zukünftige berufliche Praxis zu gewinnen. Viele von uns nahmen aus diesem Tag neue Denkanstöße und ein gestärktes Bewusstsein für den professionellen Umgang mit psychischen Belastungen mit.

Bedanken möchten wir uns bei unserer Lehrerin Frau Polten, dass sie diesen Tag organisiert hat sowie bei Tim Freudensprung (Schauspieler), Christoph Dechamps (Regie) und Hermann Mueller (Dramaturg) für ihr sehr empfehlenswertes Schauspiel!

Philipp H. (SOA 24A)