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anaest1

Schulform:

  • 3 –jähriger Höhere Berufsfachschule

1. Aufgaben und Tätigkeitsmerkmale

1.1 Aufgaben

Die Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten wirken bei der Narkoseeinleitung beim Patienten und Überwachung während der Operation mit Hilfe technischer Geräte und Patientenbeobachtung mit.Dabei sind die Patienten nicht immer bewusstlos.

anaest1Deshalb ist neben hoher manueller Geschicklichkeit und technischem Verständnis auch Einfühlungsvermögen gefragt. Selbstverständlich gehört ein umfassendes Wissen über Anatomie, Pharmakologie, Notfallmanagement und Krankheitslehre dazu.

Die Narkose selbst mit ihren unterschiedlichen Einleitungsformen bei vielfältigsten Krankheitsbildern ist ein hochkomplexer Vorgang, der sehr gute Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeiten bei den Anästhesietechnischen Assistenten bedarf.

1.2 Tätigkeitsmerkmale

  • die fachkundige Betreuung der Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung ihrer physi-schen und psychischen Situation während ihres Aufenthaltes im Anästhesiebereich und in der Funktionsabteilung
  • die selbstständige Organisation und Koordination der Arbeitsabläufe
  • die selbständige Vorbereitung und Nachsorge der Anästhesie
  • die Vor- und Nachbereitung des Arbeitsplatzes und entsprechender Medikamente
  • die Unterstützung der Anästhesisten vor, während und nach der Anästhesie
  • die Betreuung und Vitalüberwachung der narkotisierten Patienten (Monitoring und Beatmung)
  • die Betreuung der Patienten im Aufwachraum
  • der fach- und sachkundiger sowie situationsgerechter Umgang mit von medizinischen Geräten und Materialien und deren Wartung
  • Verantwortung für die aseptische Arbeitsweise und für die Durchführung anderer hygienischer Maßnahmen
  •  administrative Aufgaben

2. Die Ausbildung

anaest2Die Ausbildung zur/zum Anästhesietechnischen Assistent/in baut auf einem mittleren Bildungsabschluss auf und führt in 3 Jahren zum Berufsabschluss. Die Ausbildung stellt hohe Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und die Persönlichkeit des Schülers. Gute Vorkenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern, seelische und körperliche Belastbarkeit, rasches und klares Erfassen, selbstständiges Denken, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und die Fähigkeit zum Umgang mit dem Menschen sind Voraussetzungen, um das Ausbildungsziel zu erreichen.

Die Ausbildung erfolgt in Theorie und Praxis. Die praktische Ausbildung erfolgt in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Jena und anderen Kliniken in Thüringen, in denen Praktika in unterschiedlichen Fachbereichen entsprechend der Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) durchgeführt werden.

Der Absolvent erhält nach bestandener Abschlussprüfung ein Abschlusszeugnis der Schule und ein Zeugnis über die Prüfung mit der Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung

„Anästhesietechnische Assistentin / Anästhesietechnischer Assistent (DKG)".

2.1 Theoretische Ausbildung

Der theoretische Unterricht ist in Lernbereiche strukturiert, deren Wissensgrundlagen folgende Schwerpunkte umfasst:

  • Kernaufgaben der/des Anästhesietechnischen Assistentin/in
  • Spezielle Aufgaben der/des Anästhesietechnischen Assistentin/in
  • Ausbildungs- und Berufssituationen von Anästhesietechnischen Assistenten
  • Rechtliche und institutionelle Rahmenbedingungen

Diese Themenbereiche werden in Lerneinheiten vermittelt.

Lernbereich 1

  • Hygienische Arbeitsweisen kennen und einüben
  • Medizinisch-technische Geräte vorbereiten, bedienen und nachbereiten
  • Patienten fachkundig begleiten und betreuen
  • Schmerztherapie adäquat umsetzen, Patiententransporte geplant und strukturiert durchführen
  • Maßnahmen in Krisen und Katastrophensituationen einleiten

Lernbereich 2 

  • Anästhesieassistenz geplant und strukturiert ausführen
  • Bei Diagnostik und Therapie in der Ambulanz/Notfallaufnahme assistieren
  • Bei Diagnostik und Therapie im Tätigkeitsfeld Endoskopie assistieren
  • Medizinprodukte im Tätigkeitsfeld der zentralen Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) aufbereiten
  • Im Tätigkeitsfeld Operationsdienst mitwirken

Lernbereich 3

  • Kommunizieren, beraten und anleiten
  • Berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu reflektieren und bewältigen
  • In Gruppen und Teams zusammenarbeiten
  • Das eigene Lernen planen, durchführen und evaluieren

Lernbereich 4

  • Berufliches Handeln an rechtlichen Rahmenbedingungen ausrichten
  • Berufliches Handeln an Qualitätskriterien ausrichten
  • Berufliches Handeln an wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten
  • Berufliches Handeln im gesellschaftlichen Kontext gestalten

Gesamtstundenzahl: 1600

2.2 Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst den Einsatz in verschiedenen operativen Fachbereichen.

Pflichtgebiete

  • Einsatz in der Abdominalchirurgie
  • Einsatz in der Traumatologie oder Orthopädie
  • Einsatz in der Gynäkologie und Urologie

Wahlpflichtgebiete

  • Einsatz in den Bereichen Gefäßchirurgie, Augenchirurgie, Chirurgie von Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Thoraxchirurgie, Neurochirurgie, Anästhesie bei Kindern, Aufwachraum

Weitere Pflichteinsatzgebiete

  • Ambulantes Operieren, Ambulanz/Notaufnahme, Zentralsterilisation, Schmerzambulanz, Endoskopie, Operationsdienst, Pflegepraktikum auf einer Station eines chirurgischen Fachgebietes

Gesamtstundenzahl: 3000

3. Zugangsvoraussetzungen

  • Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige Schulbildung oder Hauptschulabschluss und eine mindestens 2jährige abgeschlossene Berufsausbildung oder einer abgeschlossenen Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe
  • ärztliche Bescheinigung zur Berufstauglichkeit
  • Voraussetzungen wie im Punkt 2 kurz beschrieben

4. Bewerbung

Die Bewerbung für das beginnende Ausbildungsjahr erfolgt am...

Universitätsklinikum Jena
Geschäftsbereich Personalmanagement
Abteilung Personalentwicklung
Bachstraße 18
07743 Jena oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder anderen Kliniken in Thüringen. 

Über die Bewerbungsfristen informieren Sie sich bitte beim Ausbildungsbetrieb.

Die Bewerbungsunterlagen müssen enthalten:

  • Bewerbungsschreiben mit Angabe des Berufswunsches und dessen Begründung
  • tabellarischer Lebenslauf
  • beglaubigte Kopie des mittleren oder höheren Bildungsabschlusses
  • 2 Passbilder
  • ärztliche Bescheinigung zur Berufstauglichkeit (nicht älter als 3 Monate)

Eine gemeinsame Zulassungskommission, bestehend aus Vertretern der Schule und der Kliniken, entscheidet über eine Zulassung zur Ausbildung. Die Ausbildung beginnt jeweils zum 1. September.

5. Kosten und Vergütung

Die Ausbildung ist kostenfrei (Schulbücher können z. T. als Leihexemplare von der Schule kostenfrei bezogen werden). Kopien von Arbeitsblättern, Umdrucke und Skripten sind zu bezahlen. Der Ausbildungsbetrieb (Kliniken) schließt mit dem Schüler einen Ausbildungsvertrag ab, kann eine Ausbildungsvergütung zahlen und regelt den Urlaub.

Kosten die zusätzlich entstehen (z. B. Fahrtkosten bei Fachpraktika) übernimmt weder der Ausbildungsbetrieb noch die Schule, dafür ist der Schüler eigenverantwortlich.

6. Unterbringung

Um die Unterbringung bemüht sich der Schüler bei Bedarf selbst.

Wohnheimplätze können beantragt werden:

Internationaler Bund; Gesellschaft für Beschäftigung und Soziale Dienste mbH (IB GmbH), Am Herrenberg 3, 07745 Jena,Tel.: 03641/687230

7. Informationen und Sprechzeiten

Weitere Auskünfte erhalten Sie zu Informationstagen in der Schule. Außerdem stehen wir Ihnen für Gespräche und Beratungen zur Verfügung.