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der SteinSOA 20A gedenkt den Opfern der Reichspogromnacht vor 82 Jahren

Wir, die SOA20A, haben am Montag, den 9. November 2020, zusammen mit unserer Lehrerin Frau Polten eine Exkursion zur Schaefferstraße 14 in Jena zum letzten Wohnort von Dr. Lisa Eppenstein unternommen. Dort haben wir uns gegenseitig zu den Themen „Stolpersteine“, Reichspogromnacht und Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus informiert. In den folgenden Texten haben wir einige Eindrücke und Informationen zusammengefasst:

Ich sprach mit Mareike über das Thema Reichspogromnacht. Diese wird auch, durch die Scherben der Zerstörung, symbolisch als „Reichskristallnacht“ bezeichnet. Es wurden zahlreiche jüdische Wohnungen und Geschäfte zerstört, die Scherben lagen auf der Straße. Es brannten 1400 Synagogen. Das alles geschah in der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938. Die Opfer mussten die Scherben selbst wegräumen und zusätzlich eine Milliarde Reichsmark an das Deutsche Reich zahlen. Außerdem wurden sie aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Wir finden es traurig, dass Menschen nur wegen ihres Glaubens, ihrer Herkunft und wegen Vorurteilen auf diese Art und Weise behandelt wurden. Sie wurden gefoltert, missbraucht, entwürdigt und ermordet. Viele verstarben in Konzentrationslagern. Es ist wichtig, dass an solche grausamen Taten erinnert wird und so etwas nie wieder vorkommt.
Melina und Mareike

wir alle am SteinMein Thema waren die Stolpersteine an sich, was das ist und wozu Sie dienen. Mich faszinierte, dass Stolpersteine so eine große Bedeutung haben, zum Beispiel, dass sie zur Erinnerung dienen, von Menschen die in der NS-Zeit zu Tode gekommen sind. Tatsächlich gibt es auf der Welt über 75.000 solcher Steine und in Jena 40 Stück. Als wir vor dem Stein von Dr. Lisa Eppenstein standen und uns die anderen Vorträge angehört haben, war mir schon anderes, ich versuchte mich hinein zu fühlen, aber irgendwie ging es nicht wirklich, schon komisch. Jeder, der mal so einen Stein sieht, sollte stehen bleiben, sich das durchlesen und drüber nachdenken.
Tommy

Unser Thema war die Deportation der Juden. Uns hat überrascht, dass einige Juden direkt erschossen wurden, wenn sie nicht den Befehlen der SS Folge geleistet haben. Allein aus Thüringen wurden, bei der ersten Deportation 513 Frauen, Männer und Kinder in den Osten verschleppt. Während der Deportation, und teilweise auch in den Vernichtungslagern, haben einige Juden Abschiedsbriefe an ihre Familien geschrieben.
Ein sehr bekanntes Bild, welches beim Aufstand im Warschauer Ghetto entstanden ist, zeigt einen Jungen. Dieser konnte jedoch nicht sicher identifiziert werden und steht symbolisch für alle verfolgten Kinder. Ein ehemaliger SS – Rottenführer ist darauf auch zu sehen. Sein Name war Josef Blösche. Wir hätten nicht gedacht, dass er an 300 000 Morden beteiligt war und dass er uns sehr „nah“ war, weil er eine Familie hier in Thüringen gegründet hatte.
Fabienne, Lara, Vivien

Unser Thema beschäftigte sich mit dem Leben von Dr. Lisa Eppenstein und was man über sie wissen sollte. Dr. Lisa Eppenstein wurde als das 6. und jüngste Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie 1887 in Breslau geboren. Sie arbeitete als Lehrerin für Geschichte und Geografie an der Fürstin – Bismark – Schule in Berlin. Nachdem ihre Lebensgefährtin verstarb, war sie auf sich allein gestellt. Durch das Berufsverbot, das die Nationalsozialisten ihren jüdischen Mitbürgern ausgesprochen hatten, verlor sie ihre gesamte Existenz. Aus diesem Grund suchte sie im Oktober 1941 Zuflucht bei ihrer Schwester Emmy Wandersleb, die mit einem „Arier“ verheiratet und somit geschützter war und deren Familie in Jena lebte. 7 Monate später erhielt sie die Nachricht, dass sie sich am 09. Mai 1942 am Westbahnhof einzufinden habe. Sie wurde in das Ghetto Belzyce deportiert. Wie sie am 13. Oktober 1942 ums Leben kam, ist bisher ungeklärt. Ihre Schwester Emmy Wandersleb wurde wegen ihrer jüdischen Abstammung ins KZ Theresienstadt deportiert, überlebte allerdings dort das Kriegsende und kehrte nach Jena zurück. Sie starb am 05. Januar 1963 an Herzschwäche.
Alicia, Antonia
Ich habe mich mit dem Thema Nürnberger Gesetze befasst. Diese waren eine Vorstufe der systematischen Ermordung von rund 6 Millionen Juden. Die Nürnberger Gesetze wurden am 15. September 1935 erlassen und brachten einen radikalen Wandel in das Leben der jüdischen Bevölkerung. Das dritte Gesetz, „das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, hat die Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen verboten. Die Eheschließung zwischen Jüdinnen und Juden und „Staatsangehörigen deutschen Blutes“ war verboten und wurde bestraft. Die Nationalsozialisten setzten eine Klassifizierung fest, die unabhängig davon angewendet wurde, ob die Menschen sich selbst als Juden klassifizieren oder nicht. Je nach der Anzahl der jüdischen Großeltern wurden Menschen als Juden klassifiziert. Diesen Menschen wurden ihre Rechte genommen. Sie wurden diskriminiert, verloren ihre Arbeit, durften keine nichtjüdischen Deutsche heiraten und noch Vieles mehr.
A.

Mein Thema war die Anzahl der Personen, die laut den Nürnberger Rassegesetzen als Juden galten, herauszufinden. Dabei habe ich über Europa, das Deutsche Reich, den Gau Thüringen und die Stadt Jena recherchiert.
1933 gab es in Europa 11000000 „Juden“ und 1945 gab es nur noch 5000000. Im Deutschen Reich gab es 1933 515000 Juden und 1945 lebten von ihnen nur noch 4000. Im Gau Thüringen gab es 1933 1000 jüdische Mitbürger und 1945 kamen die wenigsten von ihnen wieder nach Thüringen. In Jena gab es 1933 111 Juden und 1945 lebten noch weniger als 50 in der Stadt.
Tabea

Meine Aufgabe war es, herauszufinden, warum unsere Schule die Patenschaft für den Stolperstein für Dr. Lisa Eppenstein übernommen hat und warum sie im Gedenk- und Totenbuch der Stadt Jena aufgelistet ist. Die Aufgabe unserer Schule ist es, den Stolperstein zu pflegen und die Erinnerung an sie zu erhalten.
Dabei wurde mir bewusst, dass das eine sehr ernste Aufgabe ist, da es einem zum Nachdenken bringt. Da man Frau Dr. Lisa Eppstein, wie Millionen andere Menschen, nicht beerdigen konnte, wurde sie in das Gedenk- und Totenbuch aufgenommen. Außerdem wurde für sie ein Stolperstein an ihrem zuletzt gewählten Wohnort in der Schaefferstraße errichtet.
Fabian

Ich habe mich mit dem Thema Nürnberger Gesetze beschäftigt. Mich hat es erstaunt, was die Gesetze beinhalteten. Ich fand es auch neu, was es für Strafen gab, wenn man sich nicht an die Gesetze gehalten hatte. Als Strafen gab es zum Beispiel eine Geldstrafe. Ich persönlich dachte, dass es keine Geldstrafe gab. Ich fand es auch erstaunlich, was die Juden alles durchhalten mussten durch diese Gesetze.
der SteinAngelina

Cedric und ich beschäftigen uns mit den Themen Wannenseekonferenz sowie der Deportation der Europäischen Juden in die Vernichtungslager in den Osten.
Die Wannenseekonferenz fand am 20.01.1942 statt. 15 nationalsozialistische Vertreter wie Adolf Eichmann, Dr. Ronald Freißler und Reinhard Heydrich beschlossen, die in Europa verbliebenen Juden der sogenannten „Endlösung“ zuzuführen. Das bedeutete für über 6 Millionen Menschen den Tod.
Wir waren schockiert, dass die Teilnehmer der Wannenseekonferenz nach ihrer Festnahme so taten, als hätten sie nichts verbrochen. Unserer Meinung nach ist es traurig das 15 Menschen das Recht hatten, über das Leben von Millionen Juden entscheiden zu dürfen.
Außerdem waren wir erstaunt darüber, unter welchem Vorwand die Menschen damals an die Bahnhöfe gelockt wurden. In der heutigen Gesellschaft können wir auch nicht vorstellen, dass die „Volksdeutschen“ nichts von der Endlösung wussten bzw. nichts dagegen getan haben.
Für uns ist es nicht begreifbar, wie man eine einzelne Personengruppe so verabscheuen kann, dass man sie komplett auslöschen möchte.
Laura & Cedric

Ich habe zusammen mit Celine die Einführung und den Abschluss übernommen. Wir beschlossen, zu Beginn sowie zum Ende ein Lied einzuspielen und jeweils ein Gedicht vorzulesen, das wir passend zum Thema fanden. Wir wählten ein Musikstück aus dem Film „Schindlers Liste“, das viele Menschen an den Film erinnert. Das 1. Gedicht, das wir vorgetragen haben, hieß „Reichsprogromnacht“ von Bruni Kantz. Das Ende haben wir mit dem Gedicht „Auschwitz“ von Werner Jansen eingeleitet. Beendet haben wir unsere Exkursion mit dem Lied „Jüdischer Waltz“, um die nachdenkliche Stimmung mit auf den Heimweg zu nehmen.
Enie, Celine